Project voice:

TORSTEN GLASENAPP UND TOM WERNER

Video Interview

Torsten Glasenapp ist stellvertretender Geschäftsführer bei Müller Reimann Architekten, einem der europaweit größten Architekturbüros mit Sitz in Berlin. Sie betreuen alle Arten und Größen von Projekten. Gemeinsam mit Tom Werner, einem der Projektleiter bei BERLIN DECKS erklärt er uns ihre Herangehensweise an innovative Projekte und warum die BERLIN DECKS ein Wegweiser für den Arbeitsplatz der Zukunft sein werden.
 

Stellen Sie sich und Ihre Mission in unter 30 Sekunden vor:

Mein Name ist Torsten Glasenapp, stellvertretender Geschäftsführer von Müller Reimann Architekten, neben mir Tom Werner, einer der Projektleiter von den BERLIN DECKS. Wir sind ein Architekturbüro mit 70 Mitarbeitern, wir bearbeiten Projekte vom Umbau der Küche in Mecklenburg bis zum Hochhaus an der Frankfurter Taunus Anlage: Deutschlandweit und europaweit, aber den Großteil der Projekte bearbeiten wir in Berlin.

Unsere Mission ist – kurzgesagt- mitzuhelfen, diesen Campus zu einem unverwechselbaren Ort an dieser Stelle zu machen, der sich aber gleichzeitig in die Stadt einfügt und ein Bestandteil der Stadt werden wird.

Welches der beiden Worte „Zusammen“ und „Wachsen“ bedeutet Ihnen mehr und was bedeutet das für Sie ganz persönlich?

Herr Glasenapp: Ich denke, es geht um das „Zusammen“. Menschen wollen zusammen kommunizieren, zusammenleben, zusammenarbeiten, zusammen Ideen entwickeln und diese umsetzen. So entstehen Orte, so entstehen Städte. Und diese Orte entwickeln eine Anziehungskraft für andere Menschen mit anderen Ideen. Insofern kann „Wachsen“ nie das Ziel sein, es ist nur die Folge eines erfolgreichen Zusammenarbeitens und Zusammenlebens.

Als Bewohner dieser Stadt (Berlin ist ja eine Stadt, die sich extrem entwickelt und viel gewachsen ist in den letzten Jahren) ist man Zeuge und Nutzer dieser Entwicklung. Als Architekt darf man mittun und in diesem Verständnis von Wachstum als Folge eines erfolgreichen Zusammenseins freut uns das und wir haben gern daran teil.

Wandel ist ja konstitutiv in einer Stadt. Das gilt für jede Stadt, sonst würde sie ja absterben, aber Berlin ist natürlich extrem was den Wandel angeht. Durch seine historische Entwicklung war der Wandel sicherlich nicht immer positiv konnotiert aber ich denke seit der Wiedervereinigung sind die Entwicklungen hier in der Stadt in verschiedenen Schüben doch beeindruckend gewesen. Die Stadt entwickelt sich und wird immer dichter. Nichtsdestotrotz gibt es im Vergleich zu anderen Metropolen, und das ist der große Unterschied, noch mitten in der Stadt Freiflächen und Orte, die noch extreme Potentiale haben. Und ich denke, die BERLIN DECKS am Friedrich-Krause-Ufer sind einer dieser Orte, die mitten in der Stadt solche Möglichkeiten haben. So etwas findet man glaube ich in keiner anderen Stadt.

Die BERLIN DECKS entstehen an einem historisch von der Industrie geprägten Ort Berlins, direkt neben dem Westhafen und dem Arbeiterviertel des nahen Weddings. Jetzt entsteht am gleichen Ort eine Vision des Arbeitens der Zukunft – Was sagt das über die Stadt und ihren Wandel aus?

Herr Werner: Durch diesen strukturellen Wandel und die zunehmende Digitalisierung in Berlin wandert die Industrie zunehmend in die Peripherie und dadurch entstehen hier solche Potentiale, mit denen man umgehen muss. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsformen, die Produktion und Bürotätigkeiten miteinander verbindet. So etwas können klassische Bürostandorte nicht bedienen. Jetzt kommen diese alten Industriestandorte mit solchen Potentialen und bieten große Möglichkeiten dort neue Formen von Arbeiten zu generieren.

 

Die Büroarbeit ändert sich seit Jahrzehnten mit der Digitalisierung – Was muss ein Büroraum der Zukunft also besonders fördern? Für welche Art der Arbeit haben Sie diesen Ort also gestaltet?

Herr Glasenapp: Das Wesentliche hier ist, dass das Arbeiten so integrativ gedacht wird, dass es nicht einfach nur Büro und Produktion ist, sondern, dass hier ein Mix von unterschiedlichen Branchen zusammenkommen kann, wie es sonst auf anderen Grundstücken gar nicht möglich ist, weil sie diese Möglichkeiten strukturell nicht bieten.

Wir planen hier als Prototyp 8 Meter hohe Hallen in denen Sie produzieren können, in denen Sie Auswertungen machen können und in denen Sie große Präsentationen halten können.

Gleichzeitig gibt es darüber unterschiedlichste Arbeitsflächen, die immer eine ganz enge Verbindung zu Außenräumen haben. Es ist eine Idee von Arbeiten, die nicht mehr davon ausgeht, dass man hierher kommt und Spezialisten ihrer Tätigkeiten nachgehen, sondern bewusst der Austausch gesucht wird. Nicht nur innerhalb der einzelnen Büroeinheit, sondern auf dem Campus und dass die Dinge, die erdacht werden auch gleich umgesetzt werden können – in den Hallen, im Erdgeschoss und mit diesem Konzept des Testing Grounds in der Mitte. So dass auch alle teilhaben, also ein Arbeiten das weniger eine Konkurrenz ist, sondern mehr ein gegenseitiges Befruchten.

Herr Werner: Arbeitsplätze sollen gar nicht mehr so statisch gedacht sein, dass die reine Lage und der Standort das Kriterium bilden, sondern dass das direkte Arbeitsumfeld immer mehr in den Vordergrund rückt, so dass man Vernetzung fördert, Kommunikationsräume und Austausch schafft und nicht mehr statisch an seinem Arbeitsplatz ist, sondern Räume kreiert, in denen man überall arbeiten kann.

Können Sie mir noch mehr zu diesem Testing Ground erzählen?

Herr Glasenapp: Wir haben lange versucht, den Testing Ground zu diskutieren. Da gibt es schon ein Unterschied zum klassischen Werkhof. Ein Werkhof an sich ist immer etwas, in dem auch die Anlieferung und all diejenigen Dinge passieren, die Industriearbeit mit sich bringt. Dieses Projekt gruppiert die 3 Hallen: ein Fidesgebäude ist nicht ein ganz klares Hallengebäude aber es hat natürlich auch im Erdgeschoss ähnliche Strukturen um einen gemeinsamen Hof, der bewusst freigehalten wird von den schnöden Tätigkeiten der Anlieferung der großen Fahrzeuge. Dieser Hof wird auch, was nicht üblich ist im klassischen Gewerbehof, begrünt. Es entstehen dort Bäume und er wird dadurch eine ganz andere Aufenthaltsqualität haben. Natürlich wird er befahrbar sein, man kann seinen Prototyp dort ausprobieren und ihn präsentieren, man kann dort Presseveranstaltungen abhalten. Natürlich ist es der Außenraum der Leute, die hier arbeiten, aber dieser Testing Ground wird erst mit dem DECK, das auf dem ersten Stock die Gebäude miteinander verbindet, zu einem Campus, der auch Leute gemeinschaftlich miteinander verbindet.

Herr Werner: Es zeigt auch ein bisschen den experimentellen Charakter des Projekts. Testing Ground steht immer für Ausprobieren. Das steht auch für das Sendungsbewusstsein der Nutzer: Da wird nicht im stillen Kämmerlein etwas am Fließband produziert, sondern da wird etwas ausprobiert, da wird etwas entwickelt und das soll dann auch gezeigt werden. Man braucht also die Außenwirksamkeit.

Und das soll dieser Testing Ground leisten. Die Leute sollen aus ihren Produktionshallen die Dinge herausrollen und zeigen. Das ist der Unterschied zur klassischen Produktion.

Nachhaltigkeit und Wachstum kommen hier ja programmatisch zusammen – Wie kann die Architektur dazu beitragen, dass ein Ort diese Aspekte vereint?

Herr Glasenapp: Egal wie nachhaltig ein Gebäude ist, es zu bauen ist ein extrem energieintensiver Prozess. Das heißt, wenn es da steht soll es auch lange stehen bleiben und genutzt werden. Die Struktur des Gebäudes und dessen ganze Handwerklichkeit sollte schon so angelegt sein, dass das Gebäude auch in 30-40 Jahren, vielleicht ganz anders, aber immer noch mit Freude genutzt werden kann. Man kann sich die ganzen Industriegebäude aus dem 19. Jahrhundert ansehen, wo Leute auch heute noch gern arbeiten und wohnen. Die Nutzung verändert sich aber die Gebäude bleiben sehr kraftvoll und stark – und das ist ein wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeit.

Herr Werner: Das war auch die Herausforderung bei diesem Projekt, erstmal eine Struktur zu finden, die diesen Nutzungsanforderungen gerecht wird. Sie impliziert sowohl die Bauweise und Materialität als auch die Anforderungen der Stadt und viele weitere.

Dabei gilt es immer, eine Verhältnismäßigkeit zu finden zu dem Wunsch, nachhaltig zu bauen.

Jeder Architekt möchte die Welt ein wenig verändern: Was ist die Veränderung, die Sie durch die BERLIN DECKS anstoßen wollen?

Herr Glasenapp: Ich bin nicht sicher, ob Veränderung an sich ein Wert ist. Ich denke, es müsste auch ein bisschen Verbesserung dabei herausspringen. Das ist sicher etwas, was nicht nur für Architekten gilt, sondern für jeden, der seinen Beruf mit einem gewissen Engagement betreibt. Wir haben versucht, das deutlich zu machen: Die BERLIN DECKS sind in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Projekt, ein Prototyp. Sie definieren einen Stadtraum, ein Quartier neu. Wir haben hier eine Architektur, die nicht nur Innenräume, sondern auch Außenräume besonders integriert. Es ist eine Fassade, die sich auf historische Vorbilder bezieht aber doch ganz individuell und zeitgemäß entwickelt wurde und bei der die Materialien trotzdem diesen Bezug haben.

Es gibt unterschiedlichste Räume und Möglichkeiten in diesem Projekt. Es ist im besten Sinne ein beispielhaftes Projekt, was auch andere Leute inspirieren wird, in dieser ganzheitlichen Richtung zu denken. Das haben wir als Architekten natürlich nicht allein gemacht, denn das kann man nur mit dem entsprechenden Bauherren, der das auch möchte und gemeinsam mitentwickelt.

Herr Werner: Besonders schön ist auch, wenn diese Qualität nicht nur im Inneren bleibt, sondern auch eine Strahlkraft nach außen bekommt, man also Qualitäten entwickelt für das Quartier. Letztendlich zeugt das von der eigentlichen Qualität des Gebäudes und von einer Aufwertung des Stadtraums. Und das ist unser Anspruch als Architekten.

Herr Glasenapp: Egal wie nachhaltig ein Gebäude ist, es zu bauen ist ein extrem energieintensiver Prozess. Das heißt, wenn es da steht soll es auch lange stehen bleiben und genutzt werden. Die Struktur des Gebäudes und dessen ganze Handwerklichkeit, sollte schon so angelegt sein, dass das Gebäude auch in 30-40 Jahren vielleicht ganz anders aber immer noch mit Freude genutzt werden kann. Man kann sich die ganzen Industriegebäude aus dem 19. Jahrhundert ansehen, wo Leute auch heute noch gern arbeiten und wohnen. Die Nutzung verändert sich aber die Gebäude bleiben sehr kraftvoll und stark – und das ist ein wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeit.

Herr Werner: Das war auch die Herausforderung in diesem Projekt, erstmal eine Struktur zu finden, die diesen Nutzungsanforderungen gerecht wird. Sie impliziert sowohl die Bauweise und Materialität als auch die Anforderungen der Stadt und viele weitere.

Dabei gilt es immer, eine Verhältnismäßigkeit zu finden zu dem Wunsch, nachhaltig zu bauen.

Das Interview führte Svea Fina.

Eine lebenswerte Zukunft für alle braucht Menschen, die diese gemeinsam erschaffen. Die BERLIN DECKS sind ein Ort für diese Zukunft: Ein Ort für Wachstum und Nachhaltigkeit, für Innovationen und Integration, für Wirtschaft und Nachbarschaft.

Project voice:

TORSTEN GLASENAPP UND TOM WERNER

Video Interview

Torsten Glasenapp ist stellvertretender Geschäftsführer bei Müller Reimann Architekten, einem der europaweit größten Architekturbüros mit Sitz in Berlin. Sie betreuen alle Arten und Größen von Projekten. Gemeinsam mit Tom Werner, einem der Projektleiter bei BERLIN DECKS erklärt er uns ihre Herangehensweise an innovative Projekte und warum die BERLIN DECKS ein Wegweiser für den Arbeitsplatz der Zukunft sein werden.
 

Stellen Sie sich und Ihre Mission in unter 30 Sekunden vor:

Mein Name ist Torsten Glasenapp, stellvertretender Geschäftsführer von Müller Reimann Architekten, neben mir Tom Werner, einer der Projektleiter von den BERLIN DECKS. Wir sind ein Architekturbüro mit 70 Mitarbeitern, wir bearbeiten Projekte vom Umbau der Küche in Mecklenburg bis zum Hochhaus an der Frankfurter Taunus Anlage: Deutschlandweit und europaweit, aber den Großteil der Projekte bearbeiten wir in Berlin.

Unsere Mission ist – kurzgesagt- mitzuhelfen, diesen Campus zu einem unverwechselbaren Ort an dieser Stelle zu machen, der sich aber gleichzeitig in die Stadt einfügt und ein Bestandteil der Stadt werden wird.

Welches der beiden Worte „Zusammen“ und „Wachsen“ bedeutet Ihnen mehr und was bedeutet das für Sie ganz persönlich?

Herr Glasenapp: Ich denke, es geht um das „Zusammen“. Menschen wollen zusammen kommunizieren, zusammenleben, zusammenarbeiten, zusammen Ideen entwickeln und diese umsetzen. So entstehen Orte, so entstehen Städte. Und diese Orte entwickeln eine Anziehungskraft für andere Menschen mit anderen Ideen. Insofern kann „Wachsen“ nie das Ziel sein, es ist nur die Folge eines erfolgreichen Zusammenarbeitens und Zusammenlebens.

Als Bewohner dieser Stadt (Berlin ist ja eine Stadt, die sich extrem entwickelt und viel gewachsen ist in den letzten Jahren) ist man Zeuge und Nutzer dieser Entwicklung. Als Architekt darf man mittun und in diesem Verständnis von Wachstum als Folge eines erfolgreichen Zusammenseins freut uns das und wir haben gern daran teil.

Wandel ist ja konstitutiv in einer Stadt. Das gilt für jede Stadt, sonst würde sie ja absterben, aber Berlin ist natürlich extrem was den Wandel angeht. Durch seine historische Entwicklung war der Wandel sicherlich nicht immer positiv konnotiert aber ich denke seit der Wiedervereinigung sind die Entwicklungen hier in der Stadt in verschiedenen Schüben doch beeindruckend gewesen. Die Stadt entwickelt sich und wird immer dichter. Nichtsdestotrotz gibt es im Vergleich zu anderen Metropolen, und das ist der große Unterschied, noch mitten in der Stadt Freiflächen und Orte, die noch extreme Potentiale haben. Und ich denke, die BERLIN DECKS am Friedrich-Krause-Ufer sind einer dieser Orte, die mitten in der Stadt solche Möglichkeiten haben. So etwas findet man glaube ich in keiner anderen Stadt.

Die BERLIN DECKS entstehen an einem historisch von der Industrie geprägten Ort Berlins, direkt neben dem Westhafen und dem Arbeiterviertel des nahen Weddings. Jetzt entsteht am gleichen Ort eine Vision des Arbeitens der Zukunft – Was sagt das über die Stadt und ihren Wandel aus?

Herr Werner: Durch diesen strukturellen Wandel und die zunehmende Digitalisierung in Berlin wandert die Industrie zunehmend in die Peripherie und dadurch entstehen hier solche Potentiale, mit denen man umgehen muss. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsformen, die Produktion und Bürotätigkeiten miteinander verbindet. So etwas können klassische Bürostandorte nicht bedienen. Jetzt kommen diese alten Industriestandorte mit solchen Potentialen und bieten große Möglichkeiten dort neue Formen von Arbeiten zu generieren.

 

Die Büroarbeit ändert sich seit Jahrzehnten mit der Digitalisierung – Was muss ein Büroraum der Zukunft also besonders fördern? Für welche Art der Arbeit haben Sie diesen Ort also gestaltet?

Herr Glasenapp: Das Wesentliche hier ist, dass das Arbeiten so integrativ gedacht wird, dass es nicht einfach nur Büro und Produktion ist, sondern, dass hier ein Mix von unterschiedlichen Branchen zusammenkommen kann, wie es sonst auf anderen Grundstücken gar nicht möglich ist, weil sie diese Möglichkeiten strukturell nicht bieten.

Wir planen hier als Prototyp 8 Meter hohe Hallen in denen Sie produzieren können, in denen Sie Auswertungen machen können und in denen Sie große Präsentationen halten können.

Gleichzeitig gibt es darüber unterschiedlichste Arbeitsflächen, die immer eine ganz enge Verbindung zu Außenräumen haben. Es ist eine Idee von Arbeiten, die nicht mehr davon ausgeht, dass man hierher kommt und Spezialisten ihrer Tätigkeiten nachgehen, sondern bewusst der Austausch gesucht wird. Nicht nur innerhalb der einzelnen Büroeinheit, sondern auf dem Campus und dass die Dinge, die erdacht werden auch gleich umgesetzt werden können – in den Hallen, im Erdgeschoss und mit diesem Konzept des Testing Grounds in der Mitte. So dass auch alle teilhaben, also ein Arbeiten das weniger eine Konkurrenz ist, sondern mehr ein gegenseitiges Befruchten.

Herr Werner: Arbeitsplätze sollen gar nicht mehr so statisch gedacht sein, dass die reine Lage und der Standort das Kriterium bilden, sondern dass das direkte Arbeitsumfeld immer mehr in den Vordergrund rückt, so dass man Vernetzung fördert, Kommunikationsräume und Austausch schafft und nicht mehr statisch an seinem Arbeitsplatz ist, sondern Räume kreiert, in denen man überall arbeiten kann.

Können Sie mir noch mehr zu diesem Testing Ground erzählen?

Herr Glasenapp: Wir haben lange versucht, den Testing Ground zu diskutieren. Da gibt es schon ein Unterschied zum klassischen Werkhof. Ein Werkhof an sich ist immer etwas, in dem auch die Anlieferung und all diejenigen Dinge passieren, die Industriearbeit mit sich bringt. Dieses Projekt gruppiert die 3 Hallen: ein Fidesgebäude ist nicht ein ganz klares Hallengebäude aber es hat natürlich auch im Erdgeschoss ähnliche Strukturen um einen gemeinsamen Hof, der bewusst freigehalten wird von den schnöden Tätigkeiten der Anlieferung der großen Fahrzeuge. Dieser Hof wird auch, was nicht üblich ist im klassischen Gewerbehof, begrünt. Es entstehen dort Bäume und er wird dadurch eine ganz andere Aufenthaltsqualität haben. Natürlich wird er befahrbar sein, man kann seinen Prototyp dort ausprobieren und ihn präsentieren, man kann dort Presseveranstaltungen abhalten. Natürlich ist es der Außenraum der Leute, die hier arbeiten, aber dieser Testing Ground wird erst mit dem DECK, das auf dem ersten Stock die Gebäude miteinander verbindet, zu einem Campus, der auch Leute gemeinschaftlich miteinander verbindet.

Herr Werner: Es zeigt auch ein bisschen den experimentellen Charakter des Projekts. Testing Ground steht immer für Ausprobieren. Das steht auch für das Sendungsbewusstsein der Nutzer: Da wird nicht im stillen Kämmerlein etwas am Fließband produziert, sondern da wird etwas ausprobiert, da wird etwas entwickelt und das soll dann auch gezeigt werden. Man braucht also die Außenwirksamkeit.

Und das soll dieser Testing Ground leisten. Die Leute sollen aus ihren Produktionshallen die Dinge herausrollen und zeigen. Das ist der Unterschied zur klassischen Produktion.

Nachhaltigkeit und Wachstum kommen hier ja programmatisch zusammen – Wie kann die Architektur dazu beitragen, dass ein Ort diese Aspekte vereint?

Herr Glasenapp: Egal wie nachhaltig ein Gebäude ist, es zu bauen ist ein extrem energieintensiver Prozess. Das heißt, wenn es da steht soll es auch lange stehen bleiben und genutzt werden. Die Struktur des Gebäudes und dessen ganze Handwerklichkeit sollte schon so angelegt sein, dass das Gebäude auch in 30-40 Jahren, vielleicht ganz anders, aber immer noch mit Freude genutzt werden kann. Man kann sich die ganzen Industriegebäude aus dem 19. Jahrhundert ansehen, wo Leute auch heute noch gern arbeiten und wohnen. Die Nutzung verändert sich aber die Gebäude bleiben sehr kraftvoll und stark – und das ist ein wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeit.

Herr Werner: Das war auch die Herausforderung bei diesem Projekt, erstmal eine Struktur zu finden, die diesen Nutzungsanforderungen gerecht wird. Sie impliziert sowohl die Bauweise und Materialität als auch die Anforderungen der Stadt und viele weitere.

Dabei gilt es immer, eine Verhältnismäßigkeit zu finden zu dem Wunsch, nachhaltig zu bauen.

Jeder Architekt möchte die Welt ein wenig verändern: Was ist die Veränderung, die Sie durch die BERLIN DECKS anstoßen wollen?

Herr Glasenapp: Ich bin nicht sicher, ob Veränderung an sich ein Wert ist. Ich denke, es müsste auch ein bisschen Verbesserung dabei herausspringen. Das ist sicher etwas, was nicht nur für Architekten gilt, sondern für jeden, der seinen Beruf mit einem gewissen Engagement betreibt. Wir haben versucht, das deutlich zu machen: Die BERLIN DECKS sind in jeder Hinsicht ein außergewöhnliches Projekt, ein Prototyp. Es definiert einen Stadtraum, ein Quartier neu. Es ist eine Architektur, die nicht nur Innenräume, sondern auch Außenräume besonders integriert. Es ist eine Fassade, die sich auf historische Vorbilder bezieht aber doch ganz individuell und zeitgemäß entwickelt wurde und bei der die Materialien trotzdem diesen Bezug haben.

Es gibt unterschiedlichste Räume und Möglichkeiten in diesem Projekt. Es ist im besten Sinne ein beispielhaftes Projekt, was auch andere Leute inspirieren wird, in dieser ganzheitlichen Richtung zu denken. Das haben wir als Architekten natürlich nicht allein gemacht, denn das kann man nur mit dem entsprechenden Bauherren, der das auch möchte und gemeinsam mitentwickelt.

Herr Werner: Besonders schön ist auch, wenn diese Qualität nicht nur im Inneren bleibt, sondern auch eine Strahlkraft nach außen bekommt, man also Qualitäten entwickelt für das Quartier. Letztendlich zeugt das von der eigentlichen Qualität des Gebäudes und von einer Aufwertung des Stadtraums. Und das ist unser Anspruch als Architekten.

Herr Glasenapp: Egal wie nachhaltig ein Gebäude ist, es zu bauen ist ein extrem energieintensiver Prozess. Das heißt, wenn es da steht soll es auch lange stehen bleiben und genutzt werden. Die Struktur des Gebäudes und dessen ganze Handwerklichkeit, sollte schon so angelegt sein, dass das Gebäude auch in 30-40 Jahren vielleicht ganz anders aber immer noch mit Freude genutzt werden kann. Man kann sich die ganzen Industriegebäude aus dem 19. Jahrhundert ansehen, wo Leute auch heute noch gern arbeiten und wohnen. Die Nutzung verändert sich aber die Gebäude bleiben sehr kraftvoll und stark – und das ist ein wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeit.

Herr Werner: Das war auch die Herausforderung in diesem Projekt, erstmal eine Struktur zu finden, die diesen Nutzungsanforderungen gerecht wird. Sie impliziert sowohl die Bauweise und Materialität als auch die Anforderungen der Stadt und viele weitere.

Dabei gilt es immer, eine Verhältnismäßigkeit zu finden zu dem Wunsch, nachhaltig zu bauen.

Das Interview führte Svea Fina.

Eine lebenswerte Zukunft für alle braucht Menschen, die diese gemeinsam erschaffen. Die BERLIN DECKS sind ein Ort für diese Zukunft: Ein Ort für Wachstum und Nachhaltigkeit, für Innovationen und Integration, für Wirtschaft und Nachbarschaft.